Besuchsbericht 2015

Dortmund, 2015-02-15

Liebe Paten und Förderer der Solidarität Senegal,

zurück aus dem Senegal möchten wir Ihnen über unseren Besuch in der Schule von Mont Roland berichten.

Zunächst etwas über die derzeitige Situation in Senegal. Im Vorfeld hatten wir Bedenken, ob wir trotz Ebola in ein westafrikanisches Land fliegen sollten. Aber im Senegal gab es im Jahr 2014 nur einen einzigen Fall von Ebola, der sehr umsichtig isoliert und erfolgreich behandelt wurde. Senegal gilt heute als Ebola-freie Zone. Welche Auswirkung Ebola allerdings auf die Wirtschaft von Senegal hat, erlebten wir hautnah. In unserem Hotel waren wir außer einem weiteren Ehepaar die einzigen Gäste. Früher hatte das Hotel bis zu 80 Touristen. Von 10 Bediensteten im Hotel wurden 8 entlassen. Eine Sozialversicherung für einen solchen Fall gibt es nicht.

Ein großer französischer Club in unserer Nähe mit 400 Beschäftigten wird im März 2015 für immer schließen, da keine Touristen mehr kommen. Für die Menschen gibt es keine neue Arbeitsmöglichkeit. Der Tourismus erlebte schon in den letzten Jahren immer wieder herbe Rückschläge:

  2012 war die Wahl des Präsidenten mit Unruhen in Dakar
  2013 blieben die Touristen aus wegen der kriegerischen Handlungen im Nachbarstaat Mali.
  2014 führte Senegal die Visa Pflicht ein, was viele Touristen abhielt, und
  2015 kam Ebola.

Einer der größten Wirtschaftszweige, der Tourismus, liegt am Boden. Industrie spielt eine weniger wichtige Rolle. Die wenigen großen Industrien sind meist in ausländischer Hand. Die Rechte für die Hochseefischerei hat man an Koreaner und Japaner verkauft. Die Netze der einheimischen Fischer sind durch die Überfischung weniger gefüllt.

Positiv war unser Besuch in der Schule von Mont Roland;


Die neue Direktorin Anna Ciss machte auf uns einen sehr guten, engagierten Eindruck, so dass wir sicher sind, auch weiterhin mit der Schule gut zusammen arbeiten zu können, denn eine gute Schulbildung der Bevölkerung ist die beste Voraussetzung, ein Land weiter nach vorne zu bringen.


Direktorin mit Leitungsgremium
der Schulverwaltung



Zum Gedenken an den verstorbenen Direktor Alphons Diop wurde mit allen Kindern der Schule und des Kindergartens eine Messe in der Kirche von Mont Roland gehalten.

Danach besichtigten wir den nun fertiggestellten Schulneubau, der ausschließlich aus Mitteln der Solidarität Senegal


            Informatikraum                                                                                                Der Neubau für Informatik   

I
n dem Gebäude wird d
en Kind
ern ab 8 Jahren Informatikunterricht ermöglicht. Das Schulgebäude hat nun einen großen Computerraum für die aus Dortmund gespendeten 25 Computer, ein Büro für die Direktorin, ein Schulsekretariat und eine Toilette. Außerdem gibt es einen Raum für Besprechungen.

Ihnen allen, die durch eine zusätzliche Spende mit geholfen haben, diese Gebäude zu errichten, sagen wir von Herzen Dank, natürlich auch im Namen der Eltern- und Schülervertreter, der Lehrerschaft und der Diözese Thies.                                                                                                                                                       

Zurzeit gehen in die Schule von Mont Roland 461 Schüler. Auch im Senegal nimmt die Zahl der Kinder in den Familien ab. Waren in den vergangenen Jahren 5-7 Kinder die Normalität, haben junge Familien heute meist nur noch 2-3 Kinder. Das konnten wir auch im Kindergarten selbst feststellen. In der Gruppe der Dreijährigen waren früher etwa 22 Kinder. Heute sind es 14 Kinder.

Die Lehrer baten uns zu einem Gespräch in den neuen Besprechungsraum. Darin bedauerten sie den Rückgang des bisher hohen Niveaus der Schule-bedingt durch die familiäre Situation. Die meisten Eltern arbeiten in der Hauptstadt Dakar, da es in Mont Roland keine Verdienstmöglichkeiten gibt. Die Kinder bleiben bei den Großeltern in Mont Roland, die meist nicht lesen und schreiben können. In schulischen Bereichen können sie keine Hilfestellung geben.

Die Lehrer möchten gerne für alle Schüler zusätzlich nachmittags Unterricht erteilen, um das Niveau der Schule zu halten. Für das Schuljahr 2015 konnten wir die Finanzierung zusagen.

Eine weitere Bitte der Lehrer betraf die von uns eingerichtete Schulbibliothek. Sie möchten gerne weitere Bücher beschaffen, in denen mehr die afrikanische Problematik angesprochen wird.

Einen herzlichen Dank sprachen die Lehrer aus, für die Unterstützung der Schulkantine. Etwa 100 Kinder profitieren davon.

                                Kinder sitzen im Kreis um die Schüsseln mit Reis


Wir würden Sie so gerne einmal mitnehmen, damit Sie selbst sehen könnten, was Sie schon alles mit Ihren Spenden in Mont Roland bewirkt haben!

Unsere Reden fangen immer damit an zu betonen, dass nicht wir die Geber sind, sondern ganz viele Menschen in Deutschland und Luxemburg. Wir sind nur die Überbringer.


Eine große Freude war für uns die Einladung von Bischof André Gueye, der 2013 zum neuen Bischof von Thies ernannt wurde. Ein dynamischer, für das Amt junger Mann, der durch sein Studium in Deutschland perfekt deutsch spricht und selbst Schüler der Schule von Mont Roland war. Er hatte für uns viele neue Ideen und bat uns z.B. auch noch andere arme Dörfer in unser Programm aufzunehmen. Doch das würde uns schlichtweg überfordern. Und so wollen wir uns auf Mont Roland beschränken und hoffen, dass wir noch einige Zeit für die SolidaritätSenegal weiter tätig sein können.



Thomas Polzin                                  Heidi Polzin

                         Bischof André Guye




Was das Schulprojekt betrifft sind wir sehr optimistisch.

Die Kinder, die Sie unterstützen, gehen zur Schule, die Kantine kann kostenlos Essen austeilen und die gespendeten Computer sind im Einsatz.




Wir danken Ihnen für Ihre Mithilfe und Ihr Engagement.

Ein Afrikanisches Sprichwort sagt:

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun,
können sie das Gesicht der Welt verändern.

Sie haben etwas Gutes bewirkt im Land Senegal. Helfen Sie bitte weiter mit, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben

 Herzlichen Dank,

              Heidi und Thomas Polzin
 

 

 Solidarität Senegal 98; Heidi +Thomas Polzin, Berner Weg 5; D 44287 Dortmund, Tel +49 (0) 231 443559

E-Mai:  soli-senegal@web.de       Internet:   http://soli-senegal.de.vu

 

Spenden bitte an:

Polzin / Solidarität Senegal, BIC  GENODEM1DOR, IBAN DE 55 4416 0014 310 6666 000

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